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Verband Deutscher Welsh Black Züchter und Halter e.V.

Welsh Black - Fleischrinder     robust - ruhig - schwer

Zurück Rinder, Pferde und Meer

Direkt an der Nordseeküste bei Nordholz nahe Cuxhaven liegt in Spieka-Neufeld der Welsh-Black-Zuchtbetrieb von Marianne Sielken-Ratjen. Auf dem Vollerwerbshof, der seit seit rund 200 Jahren in Familienbesitz ist, leben heute vier Generationen zusammen. "Früher war das ein Mischbetrieb mit Milchvieh, Färsenaufzucht, Ochsenmast und Pferdezucht wie er für diese Gegen typisch war", berichtet Marianne Sielken-Ratjen. "Nach dem Tod meines Vaters stand ich 1988 vor der Entscheidung, wie es mit dem Betrieb weitergehen soll", erzählt die Betriebsleiterin.
Nur auf die Pferdezucht wollte sich die Züchterin nicht spezialisieren, obwohl der Zuchtbetrieb auf einem 125 Jahre zurückreichenden, erfolgreichen Hannoveraner-Stutenstamm basiert. Aus der Zucht sind mehrere gekörte Hengste sowie Verdener Auktionstiere hervorgegangen. Auch heute noch ist die Hannoveranerzucht ein Standbein des Betriebes und jeden Sommer kommen etliche Pensionspferde dazu, um sich in dem guten Nordseeklima zu erholen.
"Rinder sollten auf jeden Fall auf dem Betrieb bleiben - Robustrinder waren da die beste Lösung. Ein Freund erzählte mir von Hermann Maack und so habe ich bei Hermann 1988 meine ersten vier Welsh-Black-Rinder gekauft, drei tragende Färsen und eine Kuh mit Kalb", berichtet Marianne Sielken-Ratjen. "Die Entscheidung für die schweren, ruhigen Robustrinder habe ich nie bereut."
Zur Zeit umfasst der Welsh-Black-Bestand sechs tragende Kühe, fünf Färsen, Bullen für die Fleischvermarktung und den Elite-Zuchtbullen "Supremo". Die Tiere werden rein extensiv gehalten, gefüttert werden nur Gras, Heu, Heulage und Stroh. "Ich füttere nichts anderes, auch wenn die Tiere zu Schauen gehen", betont die Züchterin.
Durch den schweren Marschboden ist allerdings keine ganzjährige Weidehaltung möglich. Die Lösung dieses Problems ist auf dem Hof Sielken-Ratjen durch die Umnutzung des ältesten Gebäude des Hofensembles, eines weit über hundert Jahre alten Stallgebäudes, in bemerkenswerter Weise gelungen, ohne das alte Hofensemble zu stören.
Durch eine auf Leistung ausgerichtete Zucht gehört der Welsh-Black-Zuchtbetrieb Sielken-Ratjen mittlerweile zu den erfolgreichsten des Zuchtverbandes. 2006 ging die Färse "Matilda" in der Verdener Spätlese-Auktion für einen Spitzenpreis an den renommierten Züchter Olaf Eckert aus Schleswig-Holstein. "Besonderts gefreut habe ich mich über den Reservesiegerplatz von ,Wolke` bei der Bundesjungtierschau 2005", berichtet Marianne Sielken-Ratjen. Ein Jahr zuvor war "Wolkes" Vollschwester "Wilka" bereits als Beste ihrer Klasse in Verden prämiert worden. Der vierjährige "Sylvester"-Sohn "Supremo" wurde 2006, damals noch im Besitz des Züchters Olaf Eggert, bei der Bundesschau in Berlin Reservesieger bei den Bullen.
"Diese Erfolge zeigen einmal mehr, dass bei einer konsequent leistungsorientierten Zucht auch mit einem verhältnismäßig kleinen Tierbestand beachtliche Erfolge möglich sind", sagt der Bundesvorsitzende des Welsh-Black-Rasseverbandes, Boris Biehler aus Wilhelmshaven. Selbstverständlich müsse konsequent selektiert werden. Bei einem hofnahen Schlachter lässt Marianne Sielken-Ratjen durchschnittlich sechs bis sieben Tiere (bei Bedarf werden Bullenabsetzer dazugekauft) im Jahr schlachten. Nach zwölf Tagen im Kühlhaus werden die Schlachtkörper dann in Achteln oder Vierteln küchenfertig zerlegt und von den Kunden, die zum Teil weite Wege in Kauf nehmen, direkt dort abgeholt.
So präsentiert sich der Zuchtbetrieb von Marianne Sielken-Ratjen sowohl in der Welsh-Black Zucht als auch bei den Hannoveranern gut aufgestellt und für alle Gäste, die diesen wunderschön gelegenen alten Hof einmal länger genießen wollen, hält die Familie Sielken-Ratjen eine im alten Haupthaus gelegene Ferienwohnung bereit. Und spätestens, wenn der Besucher bei Sonnenuntergang von der Terrasse über die Weiden mit Welsh-Black-Rindern und Warmblutpferden blickt, heißt es: Rinder, Pferde und Meer.